Dienstag, 15. September 2015

[Rezension] Die Teerose - Jennifer Donnelly

Verlag: Piper Verlag
Preis: € 10,99
Seitenanzahl: 688 Seiten
Sprache: Deutsch

Inhalt

London 1888: Fiona ist neunzehn und hat große Träume. Zusammen mir ihrem Freund Joe möchte sie einen eigenen Laden eröffnen, wenn sie genug gespart haben, um aus Whitechapel und ihrer Armut herauszukommen.
Doch wie das Leben nun einmal so ist, kann man nicht alles planen und es verschlägt Fiona nach New York, allein, wo sie nun eine neue Perspektive sucht: den Tee. Sie muss einige Schicksalsschläge verarbeiten und trifft auch in ihrer neuen Heimat auf einige Schwierigkeiten.


Meine Meinung


Ich hatte mal wieder Lust auf etwas Historisches und da kam mir 'Die Teerose' von Jennifer Donnelly gerade recht.
Die Geschichte spielt in London und New York Ende des 19. Jahrhunderts, was genau meinen Geschmack trifft. Die Frauen tragen Kleider und Handschuhe, aber es ist nicht allzu weit von unserer heutigen Welt entfernt.

Jennifer Donnelly versteht es, dem Leser etwas zu bieten, denn sie schreibt sehr unterhaltsam, aber auch manchmal ausufernd und übertrieben dramatisch. Ich wusste gleich nach den ersten Seiten, dass ich keine stilistische Meisterleistung erwarten kann, aber ich muss zugeben, dass mich das nicht sonderlich gestört hat. Auch ich habe nicht immer Lust, einen Dickens zu lesen.

Positiv war auf jeden Fall, dass mich die Geschichte mitgerissen und auch emotional sehr gefesselt hat. Obwohl die Charaktere nicht immer glaubhaft waren, habe ich es doch genossen, zu verfolgen, wohin die Reise für sie geht. Und langweilig ist ihre Geschichte ganz sicher nicht.

Leider ist das aber auch schon mein erster Kritikpunkt. Die Autorin schlägt gerne ein wenig über die Stränge, was die Handlung angeht. So kommt diese Geschichte beispielsweise nicht ohne eine kräftige Prise Jack the Ripper aus, obwohl ich schon sagen muss, dass mir das Buch besser gefallen hätte, wenn Donnelly darauf verzichtet hätte.

Auch ist die Protagonistin Fiona hat von allem ein bisschen zu viel. Sie ist unglaublich hübsch, intelligent und natürlich sehr fortschrittlich in ihrem Denken. Sie ist so emanzipiert wie eine Frau unseres Zeitalters, und zwar, ohne dass sie dadurch auf so viele Schwierigkeiten trifft, wie man annehmen könnte.
Noch dazu ist sie dermaßen intelligent, dass sie (obwohl sie in einem Armenviertel Londons aufgewachsen ist und sicherlich keine ausführliche Schulbildung erhalten hat) die Arbeitsteilung nach Taylor, aromatisierten Tee, Teebeutel und effektive Werbung erfindet. Ich meine, irgendwann ist doch zu viel des Guten, oder?

Ich habe es aber geschafft, über diese (manchmal schon recht lächerlich) unglaubwürdigen Passagen hinwegzusehen.
Alles in allem habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt von dieser emotionalen Achterbahnfahrt und wenn ihr mal Lust auf einen historischen (und sehr dramatischen) Liebesroman habt, könnt ihr euch getrost mal 'Die Teerose' anschauen.

Rating:

 

Kommentare:

  1. Mich hat an dem Buch so fasziniert, dass man so unglaublich viel erleben kann. Also von der Handlung her kam es mir vor, als wäre Fiona am Ende uralt, weil wirklich sehr viel passiert. Alles in allem mochte ich das Buch echt gerne :)

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    1. Ja, also wenn ich mich bemüht habe, nicht darüber nachzudenken, wie unrealistisch das ist, was ich gerade lese, fand ich das Buch auch echt toll :)
      Emotional hat es mich ja auch mitgerissen, also ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt...
      Werde bestimmt auch noch die Folgebände lesen.

      LG Anni

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